Chronik

In einem Lehensbrief, des Kurfürsten Joachim von Brandenburg für die Brüder Hans und Christoph Schenk zu Landsberg vom 22. Juli 1546, wird Schwerin erstmalig urkundlich erwähnt. In der Urkunde heißt Schwerin noch Zewerin, dies kommt aus dem Slawischen und heißt so viel wie Wild oder Wildgarten.

  

Erste Nachweise über die Anzahl der Bewohner Schwerins liegen von 1600 vor. Es lebten zu dieser Zeit 6 Hüfner (Bauern) und 3 Kossäten (Kleinbauern) mit ihren Familien im Ort.

 

1648, am Ende des 30jährigen Krieges liegt Schwerin fast brach. Der Landreiter, Michael Kienitz, fand 1652 den Bauern Hans Lew (Löwe) mit seinem Stiefsohn Martin vor. 

 Im Jahr 1710 kam der erste Bulisch (Urlinie) von Schönwalde. Die Bevölkerung wuchs wieder allmählich an.

 

 1711 lebten schon wieder 6 Hüfner und 1 Hirte im Ort. Diese Entwicklung setzte sich langsam, sehr langsam fort. So gab es 1840 dann 10 Wohnhäuser, die sich bis auf eines, alle um den heutigen Dorfplatz gruppierten. Drei Jahre später brannten 3 Häuser nieder.

 

       Messtischblatt 2112/3847 von 1841 (Ausschnitt)
Messtischblatt 2112/3847 von 1841 (Ausschnitt)

Einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte des Dorfes brachte das Jahr 1863. Die Spezial-Separation wird durchgeführt. Zum ersten Mal erhielten die Kossäten das Land als Eigentum, das sie bearbeiteten. Jeder bekam rund 200 Morgen Land, Wiesen und Holzungen.

  

1893 war es soweit, Schwerin eröffnete eine eigene Schule. Bis dahin mussten die Kinder erst in Groß Köris und später in Teupitz die Schule besuchen. Der erste Lehrer hieß Alexander Haldensleben. Die Schule bestand für die oberen Klassen bis 1946 und für die unteren Klassen bis 1956.

  

Im Jahr 1900 durchbrach Schwerin eine Schallmauer. 200 Bürger wohnten nun hier. Man zählte 101 Frauen und 99 Männer. Nur 25 Jahre später stieg die Zahl bereits auf 380. Diese rasche Entwicklung verdanken wir der Parzellierung, erst entlang der Seestraße, dann auf der Halbinsel und endlich auf der Insel, der Horst.

                                                                        

Schwerin entwickelte sich vom rein landwirtschaftlichen Dorf zur ländlichen Siedlung.  Erste Handwerksbetriebe entstanden, wobei aber kaum Arbeitsplätze geschaffen wurden. Bei den vier Handelsbetrieben und den zwei Gaststätten sah es nicht anders aus.

  

Der erste Weltkrieg und die Folgejahre bescherten der Bevölkerung große Not. Die Gemeinde, selbst fast mittellos, hatte Mühe, die gröbste Not zu lindern. Trotz allem ging die Bautätigkeit weiter, immer mehr Villen und Sommerhäuser entstanden. Im Jahr 1923 ging in Schwerin das Licht an, der elektrische Strom hatte den Ort erreicht.

  

Für das Jahr 1925 sind 3 Fakten von Bedeutung: Im Januar kam es im Schweriner „Dorfkrug“ zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Das Wachsen des Dorfes sowie die unhaltbaren Zustände bei der Brandbekämpfung machten dies nötig.

 

Im Juni wurde das Kriegerdenkmal auf dem alten Friedhof durch Bürgermeister Müller Neuhaus und Pfarrer Rothe eingeweiht. Das Denkmal wurde anschließend dem Landwehrverein, der sich 1903 gegründet hatte, übergeben.

Dass man dieses Denkmal nur 13 Jahre später demontierte, um Platz für eine Leichenhalle zu schaffen, dürfte in Deutschland einmalig sein.

  

Im Oktober 1925 wurde die neueste Statistik für Schwerin veröffentlicht:

Das Areal der Gemeinde umfasste zu diesem Zeitpunkt 1500 Morgen (375 ha), davon 800 Morgen Holzungen (Wald), 700 Morgen Wiesen, Äcker und Wohnstätten. Es waren 111 Wohnhäuser vorhanden, davon 84 mit 378 ständigen Einwohnern. Die restlichen 27 Häuser waren Villen oder Sommerhäuser von Auswärtigen, überwiegend Berliner.

  

Durch die Auflösung des Gutsbezirkes Teupitz im Jahre 1928 vergrößerte sich die Gemarkung um 154 Hektar. Die Schweriner Horst, der Schweriner See, der Mielitzsee und ein Teil des Teupitzer Sees gehörten nun zu Schwerin. Ein Jahr später begann die Parzellierung und die Bebauung der Horst, zugleich wurde die Horstbrücke errichtet.

  

Der unhaltbare Zustand der Seestraße bereitete schon seit Jahren Probleme. 1933 war es dann soweit. Die Straße wurde gepflastert. Schon damals mussten die Anlieger die Kosten mittragen. In den 30-ger Jahren entstanden weitere Handwerksbetriebe. Friseurmeister Paul Kunert, der Schlossermeister Otto Peesch, der Architekt Willi Möbis und der Maurermeister Fritz Hadeball eröffneten ihre Betriebe.

  

Die Nazizeit und den Krieg überstand unser Ort relativ unbeschadet. Ein hoher Blutzoll musste aber dennoch entrichtet werden.  In ersten Jahren nach dem Krieg war der Ort durch Flüchtlinge, Vertriebene und Berliner überfüllt. Fast 1000 Einwohner lebten zu dieser Zeit hier auf engstem Raum Nur langsam normalisierte sich das Leben.

  

Bei der ersten und letzten freien Wahl in der sowjetisch-besetzten Zone (SBZ), der späteren DDR, erreichte die LDP weit über 50% der Stimmen, zusammen mit der CDU sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit, sehr zum Unwillen der Besatzung.  Die LDP stellte bis 1954 auch die Bürgermeister in Schwerin.

  

Wie überall in der DDR, begann auch in unseren Ort 1959/60 die Drangsalierung der Bauern, um sie in eine LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgesellschaft) zu pressen.  Die Agitatoren erreichten ihr Ziel. Die LPG Typ I wurde gegründet. Sie erhielt den Namen „Frühlingssturm“ Der erste Vorsitzende wurde Fritz Bulicke.

Am 1. Januar 1975 erfolgte die Vereinigung mit den Betrieben in Teupitz und Tornow zur „Zwischenbetrieblichen Einrichtung“, die sich nach der Wende 1990 auflöste.

  

1961/62 bekam Schwerin das dringend benötigte Feuerwehrgerätehaus, 1984 wurde ein Kultur- und Schulungsraum in Eigeninitiative angebaut.

  

1990 begann auch in Schwerin die neue Zeit, endlich konnten Gemeindevertretung und Bürgermeister frei gewählt werden. Amtsbildung und Kreisreform sorgten kurzfristig für Unruhe.

  

Was wurde bisher erreicht?

  

1997/1998

Neubau der Birkenstraße

1999/2000

eine neue Kindertagesstätte mit Mehrzweckraum wird errichtet

2000

Bau eines Sanitär- und Sozialgebäudes am Badestrand

2002/2003

wird nach heftigen Diskussionen die Seestraße neu angelegt

2004/2005

entstand die neue Horstbrücke

2007
 

erhält die Freiwillige Feuerwehr ein neues Schulungs- und Gerätehaus; Eichen- und teilweise die Mochheidestrasse werden saniert

2008

wird an das Feuerwehrgebäude eine Gemeindewerkstatt und ein Jugendkoordinationsraum angebaut

 

Auch im privaten Sektor gab es rege Bautätigkeit. Bis heute sind rund 100 neue Wohnhäuser entstanden. Viele Gebäude sind rekonstruiert und modernisiert worden.

  

Mit Recht kann man sagen, dass unser Ort einen gepflegten und sauberen Eindruck macht. Gäste und Erholungssuchende können sich bei uns wohlfühlen.

  

Werner Exler

Ortschronist